Opfer eines Kreditkartenbetrugs? So setzen Sie sich zur Wehr 

von  Jan-Henning Ahrens

opfer eines kreditkartenbetrugs

KWAG ist bekannt aus:

Die Zahl der Kreditkarten Betrugsfälle nimmt kontinuierlich zu. Vor allem der Online-Kreditkartenbetrug wächst, da Kriminelle bei einem Online Einkauf häufig leichtes Spiel haben. Die Eingabe der entsprechenden Daten ist ausreichend, in wessen Händen sich die Karte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich befindet, wird nicht geprüft. Außerdem steigt die Zahl der Kreditkarten. Immer mehr Nutzer sind im Besitz gleich mehrerer Karten.

Schaden in Milliardenhöhe

Laut Berichten in den Medien wurden im Jahr 2018 allein in Deutschland Verluste über 1,6 Milliarden Euro aufgrund von Kreditkartenbetrug gemeldet. Weltweit ist von über 600 Milliarden Euro Schaden die Rede.


Die rechtliche Einordnung von Kreditkartenbetrug

Je nach Fall stellt die Verwendung von gestohlenen Daten einen Computerbetrug nach  § 263a Strafgesetzbuch (StGB) dar und wird als Straftat eingestuft. Erleidet der tatsächliche Kontoinhaber durch die Entwendung der Karte einen finanziellen Schaden, muss der Täter mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Dabei ist bereits der Versuch der Tat eine Straftat.

Die unterschiedlichen Methoden der Kreditkartenbetrüger


Im Zusammenhang mit Kartenzahlsystemen haben die Betrüger unterschiedliche Methoden entwickelt, welche sie für sich nutzen. Galt vor einigen Jahren noch der klassische Kartendiebstahl als Hauptdelikt, sind heutzutage teilweise raffinierte Techniken im Einsatz, um an die gewünschten Daten und Informationen der Kartenbesitzer zu gelangen.

Wie diese im Detail aussehen, erfahren Sie hier:

  • Phishing E-Mails und gefälschte Websites: Beim Phishing werden gefälschte E-Mails, welche mit manipulierten Links versehen sind, versendet. Im Bereich des Kreditkartenbetrugs sehen die Mails denen der Banken zum Verwechseln ähnlich. Das Ziel der Betrüger besteht darin, die Verbraucher zum Eingeben der Kreditkarteninformationen auf der gefälschten Webseite zu bringen, um dadurch an die sensiblen Daten zu gelangen.
  • Skimming – manipulierte Kartenlesegeräte:

    „Skimming“ bedeutet übersetzt „Abschöpfen“ und steht für das illegale Abgreifen von elektronischen Daten von Kredit- oder Debitkarten.

    Viele Banken oder Geschäfte nutzen Kartenlesegeräte. Durch das sogenannte Skimming werden die Geräte manipuliert, die gewünschten Daten ausgelesen und an die Betrüger übermittelt. Sobald Sie das Gefühl haben, dass ein Gerät manipuliert ist, sollten Sie umgehend den Betreiber informieren.

  • Werbung mit Fake-Online-Shops: Sogenannte Fake-Shops sind eine beliebte Masche bei Kreditkartenbetrügern. Besonders lukrative und günstige Angebote sollen möglichst viele Käufer anlocken und zu einer Bestellung animiert werden. Die bestellte Ware wird in den meisten Fällen jedoch überhaupt nicht verschickt. Ziel ist alleine das Sammeln der Kundendaten.
  • Sicherheits- und Datenlücken in den Systemen: Viele Kartenbetrüger haben sich auf Sicherheitslücken in den Systemen der Banken spezialisiert. Sobald eine Lücke gefunden wurde, haben die Betrüger meist Zugang zu zahlreichen Kundendaten. Neben Kreditkartendaten werden etliche weitere persönliche Daten abgefangen und durch die Betrüger entweder selbst genutzt oder weiterverkauft. 
  • Keylogger – Abfangen der Eingabe-Werte: Durch das Installieren von Keyloggern werden sämtliche Eingaben am Gerät mitprotokolliert. Betrüger haben dadurch ein leichtes Spiel, an Passwörter und Nutzerdaten zu gelangen, sobald eine Keylogger Software installiert wurde. Mit den so erlangten Informationen kann auf vielfältige Weise Missbrauch betrieben werden.
  • Klassischer Karten Diebstahl: Inzwischen gehört der klassische Kartendiebstahl nicht mehr zu den Hauptmethoden, wenn es um Kartenbetrug geht. Viele Methoden sind weniger auffällig und es vergeht wesentlich mehr Zeit, bis die Geschädigten mitbekommen, dass sie betrogen werden. Sollte Ihre Karte dennoch gestohlen worden sein, ist es wichtig, diese umgehend sperren zu lassen. 
  • Gefälschte Kartennummern: Einige Betrüger entwickeln spezielle Algorithmen, um Kreditkartennummern zu ermitteln. Vor allem Anbieter, die aufsteigende Nummern nutzen, machen es Betrügern einfach, gefälschte Nummern zu generieren. Auch spezielle Kreditkartengeneratoren, die eigentlich zum Testen von E-Commerce Seiten dienen, können durch Betrüger illegal eingesetzt werden.

So schützen Sie sich vor Kreditkartenbetrug

Auf der einen Seite werden die Methoden der Betrüger immer raffinierter, auf der anderen Seite können Sie als Verbraucher jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz gegen Kartenmissbrauch und –betrug treffen. Durch das Befolgen der nachfolgenden Punkte haben Sie bereits gute Sicherheitsvorkehrungen gegen einen möglichen Kreditkartenbetrug unternommen:

  • Geben Sie die Karte nicht aus der Hand

    Ein sehr einfacher, aber effektiver Weg gegen den Kreditkartenbetrug ist die Tatsache, dass Sie Ihre Kreditkarte nicht aus der Hand geben sollten. Außerdem sollten Sie die Karte nicht frei zugänglich liegen lassen. Der Arbeitsplatz, Umkleidekabinen, Krankenhäuser oder Hotelzimmer sind für Betrüger optimale Gelegenheiten, an eine Karte zu gelangen. Behandeln Sie diese daher immer sorgfältig und tragen Sie die Karte idealerweise in verschlossenen Geldbeuteln oder Innentaschen dicht am Körper.

  • Schützen Sie Ihre PIN

    Der Umgang mit der Kreditkarten PIN ist besonders wichtig. Geben Sie diese unter keinen Umständen an Dritte weiter. Auch das Kreditkartenunternehmen oder die Polizei werden Sie niemals nach Ihrer PIN befragen.

    Zusätzlich sollten Sie folgende Aspekte im Umgang mit der PIN berücksichtigen:

    • Notieren Sie die PIN nirgends, schon gar nicht in der Nähe der Kreditkarte

    • Passen Sie bei der PIN-Eingabe, beispielsweise am Geldautomaten, auf

    • Bitten Sie Fremde, an Automaten Distanz zu wahren

    • Verdecken Sie Eingabe der PIN an einem Gerät den Nummernblock

    • Geben Sie die PIN nicht bei einem Zahlungsvorgang bekannt und achten Sie darauf, die Karte zurückzuerhalten

    • Folgen Sie keiner Aufforderung zur mehrmaligen PIN Eingabe

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Abbuchungen

    Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Abbuchungen. Sobald Sie Buchungen feststellen, welche Sie nicht zuordnen können, sollten Sie umgehend Ihr Kreditinstitut informieren und Ihre Karte sperren lassen.

  • Öffnen Sie keine unbekannten Anhänge

    Öffnen Sie weder E-Mails von unbekannten Adressen, noch deren Anhänge. Auch das voreilige Anklicken von Links ist nicht empfehlenswert. Generell wird im Internet und bei Online-Transaktionen eine erhöhte Aufmerksamkeit empfohlen. Eine aktuelle Firewall und ein aktuelles Virenschutzprogramm sorgen für zusätzliche Sicherheit.

  • Informieren Sie sich über Datenlecks

    Immer wieder ist von Datenlecks die Rede. Achten Sie darauf, dass Sie regelmäßig über die aktuellen und bekannten Sicherheitsrisiken informiert sind.

Das sollten Sie bei einer unbefugten Kartennutzung unternehmen


Sollten Sie trotz aller Sicherheitsmaßnahmen Opfer von einem Kreditkarten-Missbrauch geworden sein, ist schnelles Handeln wichtig. Diese Schritte sollten Sie umgehend in die Wege leiten:

Sperren lassen der Karte

Lassen Sie so schnell wie möglich Ihre Karte sperren. Das ist er der erste und wichtigste Schritt, welchen Sie unternehmen sollten, sobald Sie eine widerrechtliche Nutzung oder den Verlust Ihrer Karte bemerken. Für das Sperren ist der Name der Bank oder alternativ die Bankleitzahl wichtig.

Klären Sie Ihre Abbuchungen

Nennen Sie Ihrem Kreditkartenanbieter alle Beträge, die widerrechtlich abgebucht worden sind. Neben der Summe sind Zeitpunkt der Abbuchung und eventuell angegebene Verwendungszwecke hilfreich.

Melden Sie den Vorfall bei der Polizei

Melden Sie den Vorfall bei der Polizei und erstatten Sie gegebenenfalls eine Anzeige. Auch wenn der Täter zum Tatzeitpunkt noch nicht bekannt ist, ist eine Anzeige gegen Unbekannt ratsam.

Notieren Sie alle Details

Dokumentieren Sie alle Details rund um den Kreditkartenbetrug. Zeitpunkt und Höhe der Abbuchungen, eventuell besuchte und verdächtigte Internetseiten oder andere Aktionen im Zusammenhang mit dem Betrug können später als wichtige Hinweise verwendet werden.

Melden Sie den Kreditkartenbetrug Ihrer Bank

Neben dem Kartendienstleister ist es wichtig, den Kartenmissbrauch Ihrer Bank zu melden. Auch wenn die Kreditkarte nicht von der Hausbank stammt, sollte diese informiert werden. Es ist möglich, unautorisierten Abbuchungen von Ihrem Bankkonto innerhalb von 13 Monaten nach der erfolgten Abbuchung zu widersprechen.

Was tun, wenn die Bank den Schadensausgleich verweigert?


Bei einer unautorisierten Abbuchung ist die Bank dazu verpflichtet, Rückbuchungen zuzustimmen und für einen Schadensausgleich zu sorgen. Es gibt jedoch Fälle, in denen sich die Bank weigert.

  • Wann ist die Bank im Recht?

    Die Bank hat das Recht, eine Rückbuchung zu verweigern, wenn der Schaden auf grobe Fahrlässigkeit des Kunden zurückzuführen ist. Grob fahrlässig ist zum Beispiel, wenn Sie die PIN direkt auf der Kreditkarte notieren. In solchen Fällen ist die Bank nicht verpflichtet, einer Rückbuchung zuzustimmen.

Was tun, falls sich die Bank weigert?


In diesen Fällen lohnt sich die Hinzunahme eines erfahrenen Fachanwalts. Ein versierter Anwalt wird Ihren Fall prüfen und die Vorwürfe der Fahrlässigkeit gegen Sie zurückweisen. Mit den KWAG Rechtsanwälten stehen die Chancen auf einen Schadensausgleich für Sie sehr gut. Kontaktieren Sie uns am besten direkt, wir kümmern uns um den Missbrauch Ihrer Kreditkarte.

LASSEN SIE SICH NICHT AN DER NASE HERUMFÜHREN

Prüfen Sie Ihre Erfolgschancen

Als Spezialisten für Schadensersatz vertreten wir seit über 20 Jahren die Rechte von Verbrauchern. Wenn Sie im Abgasskandal betroffen sind, sollten Sie den Schaden keineswegs auf sich sitzen lassen. Wir erstreiten für Sie einen finanziellen Vorteil, der Ihnen rechtlich zusteht. Geben Sie Ihr Fahrzeug zurück und bleiben Sie auf dem Schaden nicht sitzen.